Schilddrüse - Naturheilpraxis Britta Pusch

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Unsere Schilddrüse
Kleines Organ – große Wirkung
Der Blick auf die Schilddrüse hat in der heutigen naturheilkundlichen Praxis an großer Bedeutung gewonnen, da Erkrank­ungen, die die Schilddrüse in Mitleiden­schaft ziehen, immer häufiger werden.
War noch vor 30 Jahren nur jeder Zehnte in Deutschland von einer Störung der Schilddrüsenfunktion betroffen, so leidet inzwischen jeder Dritte an einer Erkrank­ung der Schilddrüse – Tendenz steigend.
Frauen sind hierbei deutlich häufiger be­troffen, da sie, so vermutet man, in ihrem Leben häufiger starken Hormonschwan­kungen unterworfen sind.
Die Schilddrüse – ein Tausendsassa
Unsere Schilddrüse, auf der Vorderseite des Halses zu finden, misst etwa 4x10 Zentimeter und hat eine schmetter­lingsförmige Silhouette.
Unsere Schilddrüse an der Vorderseite des Halses
Die Schilddrüse sezerniert zirka 30 ver­schiedene Hormone, wobei Thyroxin (T4 = inaktive Form) und Trijodthyronin (T3 = aktive Form) die bekanntesten sind.
In unserem Körper gibt es kaum eine Zelle, die nicht mit Schilddrüsenhormo­nen versorgt werden muss, um reibungs­los arbeiten zu können.
So werden u. a. unser Energiestoffwech­sel, Körpergewicht, Psyche, Aktivität des Gehirns, unser Herz, Muskelaufbau so­wie die Verdauung maßgeblich durch die Schilddrüse gesteuert. Aber auch die ausreichende Versorgung von Ungeboren­en und Kindern mit Schilddrüsenhormo­nen ist für deren Reifung und Wachstum essentiell.
Nicht umsonst wird die Schilddrüse daher  gerne als Gaspedal des Körpers bezeich­net. Drückt die Schilddrüse zu sehr aufs Gas, läuft der Mensch permanent auf Hochtouren. Macht die Schilddrüse schlapp – macht meist der ganze Mensch schlapp.
Ohne Co-Faktoren und einen gesunden Darm geht es nicht
Damit unsere Schilddrüse ausreichend  Hormone produzieren kann, braucht sie neben der Aminosäure Tyrosin auch ge­nügend Co-Faktoren wie z. B. Jod, Eisen und Selen. Da im Darm etwa 30% des inaktiven Hormons T4 zum aktivem T3 umgewandelt werden, ist ein gesunder Darm ebenfalls sehr wichtig für unsere Versorgung mit Schilddrüsenhormonen.
Wenn es in der Schilddrüse ruckelt
Viele Betroffene nehmen zunächst über­haupt nicht wahr, dass mit ihrer Schild­drüse etwas nicht stimmt. So werden zwar Veränderungen im Wohlbefinden wahrgenommen, aber häufig zunächst auf die Belastungen des Alltags geschoben.
Wenn es zu deutlichen Problemen mit der Schilddrüse kommt, kann sich dies in einer Unterfunktion (Hypothyreose), aber auch in einer Überfunktion (Hyperthy­reose) äußern.
Darüber hinaus werden, häufig im Rah­men der ersten diagnostischen Untersuch­ungen, in etwa 25% der Fälle auch Kno­ten oder Zysten (im Ultraschall) oder eine Struma (Vergrößerung der Schilddrüse) bei der Tastuntersuchung festgestellt. So­wohl Knoten, Zysten wie auch eine Struma sollten immer weitergehend abge­klärt und in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.
Auch die Hashimoto-Thyreoiditis wird  immer häufiger diagnostiziert. Hierbei handelt es um eine Störung des Immun­systems, die sich gegen die Schilddrüse richtet. Bei dieser Autoimmunerkrankung sorgen Auto-Antikörper – produziert durch ein „fehlgeleitetes“ Immunsystem - dafür, dass die Schilddrüse durch einen andauernden entzündlichen Prozess suk­zessive zerstört wird. Hierbei kommt es durch den Untergang der Schilddrüse häufig zu einem sehr variablen Be­schwerdebild aufgrund der wechselnden Phasen von Über-, Normal- und Unterfunktion.
Ebenfalls durch ein gestörtes Immunsys­tem getriggert, ist der Morbus Basedow die häufigste Ursache einer Überfunktion der Schilddrüse. Hierbei werden Auto-Antikörper sezerniert, die die Schilddrüse zur vermehrten Hormonproduktion anre­gen.
Unterfunktion der Schilddrüse
Bei der Schilddrüsenunterfunktion kom­mt es zu einer verminderten Aus­schüt­tung der Schilddrüsenhormone und damit einer Senkung der gesamten Stoffwech­selleistung.
Ursachen hierfür können u. a. ein Mangel an Co-Faktoren, ein entzünd­liches Ge­schehen, Hormonschwankungen oder aber die teilweise bis vollständige Zer­störung oder Entfernung der Schild­drüse sein.
Patienten, bei denen sich eine Hypothy­reose der Schilddrüse entwickelt, klagen häufig über ein erhöhtes Schlafbedürfnis und verminderten Antrieb, frieren auf einmal viel schneller und nehmen an Gewicht zu, obwohl sie wie gewohnt essen. Da können in wenigen Wochen schnell ein paar Kilo hinzukommen. Es kann aber auch dazu kommen, dass enge Kleidung am Hals plötzlich als unange­nehm empfunden wird, sich die Muskeln schlapp anfühlen, Blutdruck und Puls nach unten gehen oder die Haare strohig werden und ausfallen. Verstopfung, Zy­klusstörungen sowie ein unerfüllter Kinderwunsch oder Fehlgeburten können ebenso ein Hinweis auf eine schlecht arbeitende Schilddrüse sein.
Neben körperlichen Beschwerden kann aber auch die Psyche Symptome zeigen. Dann stehen möglicherweise depressive Verstimmungen, Konzentrationsschwie­rigkeiten oder ein Gefühl wie Nebel im Kopf im Vordergrund. Manche Patienten leiden sogar unter Angststörungen oder Panikattacken. Auch das Gefühl, trotz größerer Schlafmenge immer schneller erschöpft zu sein, ist häufig bei diesen Patienten zu finden. Nicht selten aber werden gerade diese Symptome einer Depression, einer Burnout-Erkrankung oder einfach dem Alter bzw. bei Frauen den Wechseljahren zugeordnet.
Müdigkeit kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hindeuten
Nicht nur bei ständiger Müdigkeit lohnt ein Blick auf die Schilddrüse
Je nach Ausprägung, Ursache und Be­handlungsbedarf einer Hypothyreose hat sich, nach gründlicher Diagnostik, in der Praxis ein stufenbasiertes Behandlungs­konzept bewährt.
Nicht immer ist als erster Behandlungs­schritt bei einer Unterfunktion der Schild­drüse die Zuführung bioidentischer Hor­mone von außen sinnvoll. Vielmehr ste­hen zunächst Therapieschritte an, die die Selbstregulation des Körpers unterstüt­zen: die Sanierung des Darms und indivi­duelle Ernährungsempfehlungen, Stär­kung der Leber, Auffüllen von Nährstoff­defiziten und die naturheilkundliche Un­terstützung der Schilddrüse.
Hier bieten sich neben Phytotherapeutika oder Homöopathika auch die Behandlung mit Organextrakten an. Schilddrüsenmas­sagen mit wärmenden Ölen oder einem Schilddrüsenbalsam sowie der Einsatz von Schüßler Salzen können sehr effektiv begleitend eingesetzt werden. Zum einen kann die Aufnahme von Magnesium oder Eisen durch zusätzliche Anwendung von Magnesium phosphoricum D6 und Fer­rum phosphoricum D12 unterstützt wer­den. Zum anderen verbessern die Ergän­zungsmittel Arsen jodatum D6 oder Kalium jodatum D6 nicht nur die Mine­ralstoffaufnahme von Jod, sondern wir­ken auch harmonisierend auf die Schild­drüse. Ist die Unterfunktion autoimmunen Ursprungs, so empfiehlt sich, therapeu­tisch auch eine Beruhigung des Immun­systems anzustreben. Nr. 3 Ferrum phos­phoricum D12, Nr. 8 Natrium chloratum D6 und Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 können hier gute Helfer sein, um die Entzündung zu lindern.
Überfunktion der Schilddrüse
Bei der Hyperthyreose kommt es zur ver­mehrten Ausschüttung von Schilddrüsen­hormonen. Dies führt zu einer massiven Steigerung der Stoffwechsellage.
Ursachen hierfür liegen meist in einem Morbus Basedow, autonomen Knoten,  der aktuellen Phase einer Überfunktion bei der Hashimoto-Thyreoiditis oder ein­er Überdosierung der Schilddrüsenmedi­kation.
Läuft die Schilddrüse zu hochtourig, füh­len sich die Betroffenen wie getrieben, zittern, sind nervös und verlieren an Ge­wicht, obwohl sie reichlich essen. Schlaf­störungen, erhöhter Puls oder Blutdruck, Herzrhythmusstörungen können ebenso auftreten, wie vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Haarausfall, Zyklusstörungen oder eine diabetogene Stoffwechsellage.
Bei einer Hyperthyreose kann sich die Psyche durch Symptome wie Stimmungs­schwankungen, Aggressivität, einer ver­stärkten Ängstlichkeit bis hin zu Panik­attacken bemerkbar machen.
Für die richtige Behandlung einer Über­funktion ist ebenfalls im Vorfeld eine gründliche Anamnese und (Labor-)Diag­nostik erforderlich. Denn besonders bei Frauen werden einige dieser Symptome gerne als Anzeichen von Wechseljahren fehlinterpretiert.
Liegt die Diagnose Hyperthyreose vor, kann hier, je nach Schweregrad, auf meh­reren Ebenen naturheilkundlich beglei­tend therapiert werden.
Zur Behandlung der zur Überfunktion neigenden Schilddrüse wie auch der da­durch verursachten Symptome können Mittel sowohl aus der Spagyrik, Homöo­pathie, wie auch aus der Gemmo- oder Phytotherapie eingesetzt werden. Eine Schilddrüsenmassage in Verbindung mit Aromatherapie kann ebenfalls einen gu­ten Beitrag leisten, um die Schilddrüse zu beruhigen. Darüber hinaus ist es wichtig, für einen optimal funktionierenden Darm, eine starke Leber sowie eine verbesserte Entgiftungsleistung des Körpers zu sor­gen. Sowohl ausreichende Ruhepausen wie auch Bewegung an der frischen Luft verbessern die Symptomatik oft. Spielt als Ursache ein autoimmunes Geschehen eine Rolle, so ist die Beruhigung des Immunsystem ein weiterer Therapiean­satz. Schüßler Salze können dabei in der Therapiebegleitung einen guten Beitrag leisten. So übt das Ergänzungsmittel Nr. 14 Kalium bromatum D6 eine dämpfende Wirkung auf die Schilddrüse aus. Die Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 kann nicht nur bei nerverlicher Erschöpfung im Rah­men einer Überfunktion helfen, sondern auch zusammen mit der Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 Ruhe in „Herzens­angelegenheiten“ bringen.
Aber? - Nicht immer ist allein die Schilddrüse schuld
Schilddrüse, Geschlechtshormone und Nebennieren sind im Zusammenspiel un­trennbar miteinander verwoben und be­einflussen sich gegenseitig sehr stark.
Daher sollte man auch die Geschlechts­hormone und Nebennieren bei Schilddrü­senproblemen im Blick haben.

(Auszug aus Artikel "Die Schilddrüse Kleines Organ - große Wirkung", Verfasserin: Britta Pusch; erschienen in Weg zur Gesundheit, Januar/Februar 2020)
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