Burnout - Naturheilpraxis Britta Pusch

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Burnout-Syndrom
Wenn der Körper in den Widerstand geht    
Dass man sich im Beruf auch mal müde und abgespannt, gestresst und genervt fühlt, kennt wahrscheinlich jeder. Wenn dies aber zum Dauerzustand und zu einer spürbaren Belastung wird, sollte man hellhörig werden.
Die Diagnose Burnout-Syndrom hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht – und das liegt nicht nur daran, dass diesem Beschwerdebild in neuerer Zeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Dabei stellt der Burnout im klassischen Sinne keine eigenständige Krankheit dar und wird daher von den Ärzten im Bereich der „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung; inkl. Ausgebranntsein [Burnout]“ angesiedelt.
Einer aktuellen Studie der DAK zufolge, erreichte die Anzahl Krankschreibungen wegen psychischer Leiden im Jahr 2017 einen Höchststand. Dies zeigt, dass auch chronische Überforderung, frustrierende Ereignisse am Arbeitsplatz oder auch ausgrenzende Situationen in Beruf und Alltag relevanter denn je sind.

Was bedeutet Burnout überhaupt? Früher und heute
Die Geschichte des Begriffs „Burnout“, der übersetzt soviel wie „Ausgebrannt“ bedeutet, ist lang.
Burnout, erstmals 1974 von dem Psychologen Herbert Freudenberger als "Zusammenbruch aufgrund von Überarbeitung oder Stress" erwähnt, galt lange als Manager- und Workaholic-Krankheit und war besonders in den pflegerischen Berufen verbreitet.
In späteren Jahren oft als „Modediagnose“ belächelt, machte sich das Beschwerdebild des Burnouts zunehmend auch in anderen Berufszweigen bemerkbar. So sind Schichtarbeiter(innen), Selbstständige und Studenten mittlerweile ebenfalls unter den Betroffenen zu finden.
Für das Burnout-Syndrom gibt es bis heute keine einheitliche oder verbindliche Definition. Aber folgender Definitionsversuch vermag es ganz gut treffen.
Burnout-Syndrom: Emotionaler, geistiger und körperlicher „Erschöpfungszustand nach einem vorangegangenen Prozess hoher Arbeitsbelastung, Stress und/oder Selbstüberforderung.“ (Großes Wörterbuch Psychologie; Compact, 2007).  
Für das Jahr 2022 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun festgelegt, dass das Beschwerdebild „Burnout“ in den sogenannten ICD (Katalog zur Klassifikation von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) aufgenommen wird.
Dort wird es dann heißen:
Burnout ist ein Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz hervorgeht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es ist charakterisiert in drei Dimensionen:
  1. Gefühle von Energieschwund oder Erschöpfung;
  2. erhöhte mentale Distanz zum Beruf oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Verbindung mit dem Beruf;
  3. reduzierte professionelle Effizienz. Burnout bezieht sich spezifisch auf Phänomene im Beschäftigungsumfeld und sollte nicht angewendet werden, um Erfahrungen in anderen Lebensbereichen zu beschreiben.
Aus meiner Sicht ist es aber wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht ausschließlich um Erschöpfungszustände handelt, die im beruflichen Zusammenhang zu sehen sind. Ebenfalls ist auch den Burnout-Patienten Gehör zu verschaffen, die aufgrund anderer Lebensumstände, wie z. B. pflegerischer Tätigkeiten oder besonderer familiärer Situationen, betroffen sind.

Woher kann ein Burnout kommen? Auf Ursachensuche     
Kurz gesagt: Ursache Nummer 1 –  Stress.
Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Denn nicht jeder, der Stress hat, geht auch zwangsläufig in den Burnout. Es muss also noch etwas mehr dahinter stecken.
Stress – dies bedeutet für jeden etwas anderes. Wann und wie jemand Stress empfindet, ist eine höchst individuelle Wahrnehmung.
Diese hängt im Wesentlichen davon ab,
  • welchen Stressoren von außen eine Person ausgesetzt ist,
  • welchen Glaubenssätzen und Verhaltensmustern sie folgt,
  • wie diese Person körperlich auf Stress reagiert.

Burnout und Stress
Daher ist es sehr wichtig, dass im Rahmen der Diagnostik sehr genau besprochen wird, was die Patientin/den Patienten persönlich negativ belastet.
Hier ließe sich eine schier endlose Liste aufstellen, daher nur eine kleine Auswahl von möglichen Risikofaktoren für die Entwicklung eines Burnouts.
  • Hohe Arbeitsbelastung, überforderndes Privatleben, Zeitdruck. emotional anstrengende Situationen
  • schlechte Arbeitsumgebung (Großraumbüro, häufige Unterbrechungen), Schichtdienst
  • mangelnde Anerkennung, Konflikte mit Vorgesetzten
  • schlechtes Betriebsklima, schlechter Kontakt zu Arbeitskollegen
  • ausgeprägter Perfektionismus, extrem hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Ehrgeiz, hohe Anforderungen an sich selber

Was passiert im Körper bei Stress?
Stress war aber nicht immer der Feind des Menschen.
Stress hat den Menschen in überlebenswichtigen Situationen – evolutionär betrachtet – „das Leben gerettet“.
Durch eine „Bedrohung“ wird im Körper aufgrund von Hormonen eine Stressreaktion freigesetzt, die dazu führt, dass Energie produziert wird, Überflüssiges, wie Verdauung oder die Lust auf Sex, heruntergefahren wird, und der Mensch sich auf die Beseitigung der Bedrohung durch Kämpfen oder Fliehen konzentriert.
Sowohl im physischen Kampf als auch während der Flucht wurden diese Stresshormone dann abgebaut und – sofern man überlebte – konnte der Körper wieder zur Ruhe kommen.
Alles hat seine gesunden Grenzen.
Da das Gehirn aber nicht unterscheiden kann, ob die Bedrohung von einem gefährlichen Tier, einem tobenden Chef oder einer Aufgabe, die bis gestern fertig sein musste, ausgeht, läuft die Stressreaktion immer identisch wie oben beschrieben ab.
Einziger Unterschied – es stürzt sich niemand auf den Chef, um mit ihm körperlich zu kämpfen oder flüchtet mittels Dauerlauf aus dem Büro.
Was übrig bleibt, ist, die Faust in der Tasche zu machen, Lächeln, auch wenn einem nicht danach zumute ist, die Wut oder das Gefühl von Ohnmacht einfach herunter zu schlucken.
Jedoch hilft das alles nicht, um die Stresshormone auch körperlich abzubauen. Also bleiben wir wie „angeknipst“ zurück und schütten diesen „Stress-Hormoncocktail“ in ein inneres Fass, das über die Zeit und aufgrund von Dauerstress immer voller wird, bis es früher oder später überläuft.
Dann sitzt man endgültig in der Stressfalle, seinem persönlichen Hamsterrad und hat möglicherweise keine Ahnung mehr, wie man aus dieser Situation wieder herauskommt.

Wie äußert sich ein Burnout-Syndrom?
Ein Burnout kann sich in zahlreichen körperlichen wie auch psychischen Symptomen zeigen, die in Ausprägung und Häufigkeit stark variieren können. Manchmal äußert sich der Burnout in einem leichteren Beschwerdebild mit z. B. Müdigkeit und Reizbarkeit. In anderen Fällen kommt es zu so massiven Beschwerden, dass eine Arbeitsunfähigkeit unausweichlich ist und der Patient kaum noch seinen normalen Alltag bewältigen kann.
Körperlich sind folgende Symptome zu finden:
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • nächtliches Zähneknirschen, Kiefergelenksbeschwerden, muskuläre Verspannungen im Kieferbereich
  • Schwitzen
  • Muskuläre Verspannungen
  • Herzbeschwerden, Atembeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, Schmerzen
  • Gewichtsverlust, -zunahme, Appetitlosigkeit
  • Rücken-, Nackenschmerzen
  • Zyklusstörungen, Unterleibsschmerzen, Libido-, Potenzstörungen
  • Tinnitus
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
Psychische Beschwerden können sich äußern in
  • emotionaler Erschöpfung: Gefühl von Schwäche, Kraftlosigkeit, Ausgelaugt sein, Antriebsschwäche, leicht reizbar
  • Leistungseinschränkungen, Einschränkungen der Gedächtnisspanne und beim Lernen
  • innerer Kündigung“: Zynismus und Gleichgültigkeit gegenüber der ausgeübten Tätigkeit, distanziertes Verhalten gegenüber dem Job
  • Gefühl des beruflichen und persönlichen Versagens
  • Gefühle von Ohnmacht oder Hilflosigkeit
In verschiedenen Untersuchungen bzw. Studien konnte mittels Mess- und bildgebender Verfahren gezeigt werden, dass es bei Burnout-Patienten zu körperlichen und kognitiven Veränderungen kommt.
  • So zeigten Personen mit Burnout eine erhöhte Produktion des Zytokins Interleukin-10 (antientzündliche Wirkung). Dies kann möglicherweise die Immunleistung reduzieren. (Immune and endocrine function in burnout syndrome.; Psychosom Med. 2006 Nov-Dec;68(6):879-86. Epub 2006 Nov 1.; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=burnout+interleukin-10)
  • Ferner konnte dargestellt werden, dass Burnout-Patienten eine geringere Herzfrequenzvariabilität (HRV) hatten. Eine niedrige HRV spiegelt eine niedrige parasympathische (beruhigende) Aktivität und dementsprechend eine niedrige anabole / regenerative Aktivität wider. (Low heart rate variability in patients with clinical burnout.; Int J Psychophysiol. 2016 Dec;110:171-178. doi: 10.1016/j.ijpsycho.2016.08.005. Epub 2016 Aug 14.; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27535344)
  • In einer weiteren Studie wurde gefolgert, dass chronischer Stress den Rückkopplungs-Kontrollweg in der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) hemmt, die Abnahme des vom Gehirn abgeleiteten Wachstumsfaktors BDNF (wichtig für das Langzeitgedächtnis und das abstrakte Denken) verursacht, dann die Neurogenese (Bildung von Nervenzellen) beeinträchtigt und schließlich die Neuronenatrophie (Schwund von Nervenzellen) begünstigt. (Limbic brain structures and burnout-A systematic review.; Adv Med Sci. 2018 Mar;63(1):192-198. doi: 10.1016/j.advms.2017.11.004. Epub 2017 Nov 22; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29175078)
  • Eine andere Studie konnte mittels einer Untersuchung von funktionellen Hirnveränderungen im fMRT die Beziehung zwischen Burnout und abnehmender Empathie sowie empathiebezogener Hirnaktivität beschreiben. (Can we predict burnout severity from empathy-related brain activity?; Transl Psychiatry. 2014 Jun 3;4:e393. doi: 10.1038/tp.2014.34.; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24893064)

Der Verlauf eines Burnout-Syndroms
Ein Burnout-Syndrom entsteht nicht von heute auf morgen. Vielmehr ist es ein langer Prozess mit immer neuen, aber auch andauernden Belastungen, der am Ende dazu führt, „dass das Fass überläuft“.
Der Burnout und seine Phasen
Diagnostik in der naturheilkundlichen Praxis
Die richtige Diagnose ist der Schlüssel zur passenden Therapie.
Zu bedenken ist immer, dass die Symptomatiken eines Burnouts auch auf andere psychische Erkrankungen zutreffen können und diese daher im Vorfeld, ggf. auch durch einen Arzt, sicher auszuschließen sind. Darüber hinaus sind auch Erkrankungen wie eine Nebennierenschwäche oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse, die burnout-ähnliche Symptome hervorrufen können, auszuschließen.
Dazu dient daher ein ausführliches Anamnesegespräch, eine körperliche Untersuchung sowie eine individuelle Labordiagnostik und weitere Tests, z. B. in Form von Fragebögen.

Die komplementäre Therapie
In der Schulmedizin kommen in solchen Fällen häufig eine Krankschreibung, Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Reha-Programme zur Stressbewältigung zum Einsatz.
Dies kann in vielen Fällen möglicherweise eine Option sein, um eine erste Linderung herbei zu führen. Allerdings werden nur Beschwerden und keineswegs die Ursachen behandelt, so dass der Erfolg einer solchen Therapie möglicherweise nicht von langer Dauer sein wird.
Zurück ins alte Umfeld, zurück in alte Muster – dem Burnout wird die Türe wieder geöffnet.
Der therapeutische Ansatz sollte hier vielmehr sein
  • Stressoren von außen identifizieren und reduzieren bzw. ausschalten und für ausreichende Ruhe- und Lebenszeiten sorgen
  • eigene Glaubenssätze und Verhaltensmuster überprüfen und bearbeiten
  • Körperliche Mangelzustände und Folgeerscheinungen des Burnouts, z. B. Schlafstörungen, Müdigkeit, Tinnitus, Schmerzzustände, Mineralstoff- oder Vitaminmängel, beheben.
Hierzu können zum Einsatz kommen:
Das Burnout-Syndrom ist eine sehr belastende Lebenssituation, aber keine Einbahnstraße.
Den bewussten und gesunden Umgang mit Stressoren sowie eigenen Anfälligkeiten für Stress kann jeder lernen.
Wenn Sie erkannt haben, dass Ihr Leben dringend eine Veränderung benötigt, aber nicht so richtig wissen, wie Sie das machen sollen, dann will ich Sie gerne auf diesem Weg begleiten.
Für ein Beratungsgespräch in meiner Praxis können Sie mich gerne telefonisch (0202 - 870 66 364) oder per Email pusch[@]naturheilpraxis-pusch.de kontaktieren.
Und vergessen Sie nie, selbst wenn der Berg der Veränderung zunächst noch sehr hoch erscheint:
Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.
(Konfuzius, *551 v. Chr. †479 v. Chr. )
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